TandemsprunginBerlin, Düsseldorf, Hamburg, Osnabrück,München, schenken Sie sich oder Ihren Freunden einen Fallschirmsprung. Nutzen Sie unsere kostenfreie 24h Beratungshotline. Einfach, günstig, gut: 0800/8263367 oder 0800/tandems
» Sebastian
schrieb: So, noch ein Wohnwagen abzugeben. Der kleine silberne, 2. hinter dem trampolin. Klein aber fein, und vorallem dicht. Als Ablösung hätte ich gerne die Standmiete [...]
mehr...
parachutemanuals.com
Alle Manuals von vielen Herstellern gut sortiert zum runterladen.
Flying Bones - Fallschirm Tandem Springen in Bayern
Die Flying Bones bieten auf ihrer Webseite tandem-springen.net Gutscheine für einen Tandemsprung – Fallschirmsprung mit Tandemmaster – an. Ebenso gehören spektakuläre Ballonsprünge und tandem-fliegen zu ihren Angeboten. Mit Ihrem Sprungplatz bei Memmingen im Allgäu sollten sich Interessenten aus München, Ulm oder ganz Bayern dieses Erlebnis nicht entgehen lassen. tandem-springen für Jung und alt über den Alpen von Oberbayern. Unter tandem-fliegen.net kann man auch einen Rundflug in einem motoriserten Gleitschirm bei den Bones buchen.
„Off-Heading“ Öffnungen beim BASE-SpringenDefinition „Off-Heading“ Öffnung (Abk.: OH): Der Schirm öffnet in seiner Längsachse um mehr als 10° verdreht zur Längsachse des Springers.Dies ist der Versuch detailliert zu erfassen, was zu einer OH eines BASE Hauptschirms führen kann.Bei der beabsichtigten Betrachtung werden offensichtliche Ursachen soweit möglich nicht berücksichtigt. Es geht um die reine OH, bei welcher der Springer keinen Fehler gemacht hat. Somit werden packfehlerbedingte, durch Unstabilität ausgelöste sowie durch Schieflagen beim Ziehen verursachte OHs ausgeschlossen. Nichtsdestotrotz können alle vorangeführten Ursachen zu einer OH führen.Vorwort
Grundsätzlich stellen wir die gerade Öffnung allen Betrachtungen vorweg. Die Gerade Öffnung (selbstgewählte Toleranz: +/- 10° rechts oder links) geschieht immer dann, wenn die Körperlängsachse und die Schirmöffnungsachse deckungsgleich sind.
Dazu muss sich der Hilfsschirm während der Auslösung des Schirms nahezu exakt in der Falllinie des Springers bewegen bzw. auf dieser entlang ziehen. Ferner darf es beim Öffnen des Containers und beim Herausziehen des gepackten Schirmstoffes zu keiner mechanischen Verdrehung des Packjobs kommen.
Während der Leinenstreckung dürfen die äußeren Einflüsse wie Wind und relativer Fallwind keine Veränderung der Nasenausrichtung des Packjobs oder der Längsachse der Entfaltungsrichtung bewirken. Zuletzt muss durch die Körperlage des Springers, eine symmetrische Belastung der Haupttragegurte parallel zu Horizont erfolgen. Dennoch kann trotz gerader Streckung ein symmetrischer Füllstoß immer noch durch starken Seitenwind mit entsprechender seitlicher Luftkraft beeinflusst werden.
Dreht sich darüber hinaus der Springer im Fallen, dann kann auch eine gerade Öffnung immer noch problematisch zum Objekt ausgerichtet sein. Dies kommt im Ergebnis der Charakteristik einer OH gleich. Dennoch kann hier schneller losgesteuert werden, da weniger Orientierungsprobleme auftreten.
Durch die oben angeführte Aufzählung kann man sich in der Folge leicht vorstellen, wie groß die Wahrscheinlichkeit einer OH ist. Der Kernpunkt aber liegt darin, ab wann und bei welcher Intensität die OH gefährlich wird.
Beispielsweise kann eine 45er, bezogen auf eine exakte Ausrichtung des Springers in den größtmöglichsten Flugfreiraum, in den meisten Fällen ignoriert werden. Eine 90er an einer Felswand im Überhang ist zwar beeindruckend, lässt aber weitestgehend genug Spielraum übrig. Man kann sogar den Anblick über eine angemessene Zeit genießen. An einer abgespannten Antenne gibt die gleiche 90er allerdings blitzschnellen Anlass zum noch schnelleren Handeln.
Eine 180er an einer Bogenbrücke ist eher mal was lustiges, insofern man in der Folge eine gute Landezone hat. Vor einer Staumauer ist sie jedoch mit hoher Wahrscheinlichkeit eine Fahrkarte ins Krankenhaus. Eine 270er ist von der Ausrichtung zwar wie eine 90er in die entgegengesetzte Richtung, allerdings gibt der Verdrehungsgrad der Fangleinen zunehmend Grund zur Besorgnis. Man befindet sich im Bereich von Orientierungsschwierigkeiten und Steuerblockade. Das Problem kann sich noch ausweiten, wenn die Körpermasse durch den Öffnungsruck gegenläufig schwingt und sich somit beide Drehungen addieren.
Demnach ist die Auswirkung einer OH die eine Seite der Geschichte. Ihre Ursache die andere. In der Folge können wir über die zu erwartenden Auswirkungen nicht viel sagen. Der Zufall beschert es demjenigen, ob er gerade dann eine passende oder ungünstige OH hat oder nicht. Lediglich der perfekte Packjob, ein entsprechendes Können, eine gute Einschätzung der Bedingungen und eine gute Performance begünstigen das Schicksal.
Und wenn wir schon von Bedingungen reden: Ab hier landen wir im Bereich der Ursachen und da wird es interessant. Auf Seiten der Ursachen stehen wir nämlich im Bereich der eventuellen Prävention. Man muss sich also Fragen: Besteht demnach die Möglichkeit, die OH zu vermeiden? Und wenn nicht, lässt das Objekt einen gewissen Spielraum zu? Welche Bedingungen sind wir geneigt zu akzeptieren und in welchem Verhältnis steht unsere Risikobereitschaft dazu? In wie weit könnte der geplante Sprung unter Kontrolle sein und dem gedachten Verlauf folgen?
Es gibt Situationen, bei denen im Nachgang betrachtet eine OH offensichtlich zu erwarten war. Sehr viel Wind, starke Turbulenzen nebst Böen, ein oszillierender Hilfsschirm oder der Springer ist beim Ziehen abgekippt (gut, das wollten wir eigentlich weg lassen). All diese Situationen verursachen eine selbstverständliche Zustimmung. Natürlich musste es in diesem Fall zu einer OH kommen. War doch logisch.
Damit wird aber auch die Objektivität beeinflusst. Was, wenn die offensichtliche Bedingung nicht wirklich der Auslöser der OH war, sondern etwas anderes. Etwas was beim Fehlen der offensichtlichen Bedingung trotzdem passiert wäre. Was also könnte sich noch im Detail verstecken?
Betrachtung 1
Die neutralste Bedingung für einen BASE Sprung besteht bei null Wind auf der ganzen Linie. Allerdings ist das in der natürlichen Umgebung eines BASE Objektes äußerst selten der Fall. Selbst wenn am Boden Windstille herrscht, kann es in Absprunghöhe ganz anders aussehen. Deshalb stellt die Beurteilung von Wind eine wichtige Weiche dar. Im Rahmen des natürlichen Wunsches der Gefahrenminimierung liegt deshalb ein BASE Exit in der Regel nie gegen den Wind. Ausnahmen sind allerdings je nach Objekt möglich.
Damit ergibt sich für den Absprung oft eine seitliche bzw. mit Wind Komponente. Dies führte in der Streckphase des Schirms zu unterschiedlicher Abdrift der einzelnen Komponenten des Systems. Der Körper des Springers driftet aufgrund seiner Masse im Verhältnis zur Angriffsfläche sehr gering. Der Hilfsschirm driftet sehr stark. Der Schirm befindet sich irgendwo dazwischen.
Das Ausmaß der Abdrift hängt dabei noch von der Windstärke ab. Logisch ist: Je schwächer der Wind, desto weniger. Je stärker, desto mehr. Dabei muss die aerodynamische Kraft berücksichtigt werden. Das heißt, eine Windgeschwindigkeit von 4 m/s hat im Verhältnis zu 2 m/s nicht die doppelte, sondern die 4-fache Luftkraft. 6 m/s hätten dazu sogar die 9-fache Luftkraft. Das Gleiche gilt für 10 m/s im Verhältnis zu 20 m/s oder 30 m/s Fallgeschwindigkeit.
Je rechtwinkliger nun der Wind von der Seite kommt, desto ungünstiger bewegt sich die Abdrift zu der beabsichtigten Achse. Je stärker der Wind, desto negativer der Einfluss. Damit zieht das System den sich entfaltenden Schirm zur Seite und dessen aeroelastisches Verhalten, als nicht starrer Flügel, führt zum Verdrehen des Systems nach dem Prinzip einer Wendeltorsion. Im Endergebnis dreht der Schirm in einem unberechenbaren Maß zur entsprechenden Seite. Eine nicht bestätigte Aussage ist: Wind von links, Drehung nach links und umgekehrt. Allerdings sind Ausnahmen an der Tagesordnung.
Je achsparalleler der Wind, desto weniger entfernt sich das System von der Längsachse. Es kommt zu geringerer Torsion. Je weniger der Wind, desto geringer die Abweichung. Im günstigsten Falle liegen Abdrift und Springerlängsachse auf einer Linie.
Im Mikrobereich belastet sich ebenfalls die langgezogene Seite des Schirms schneller als die durchhängende Seite. Das unterstützt die Drehung aus Trimmungsgründen zusätzlich.
Die oben angeführten Zusammenhänge minimieren sich darüber hinaus bei zunehmender Fallbeschleunigung wieder. Die höhere Luftkraft der Fallgeschwindigkeit gewinnt dabei an Dominanz. Dies betrifft beides, die Streckung und das mechanische Timing der einzelnen Komponenten. Dennoch ist der Effekt in irgend einem Ausmaß immer zugegen.
Fazit: Es liegt in der Beurteilung der Windrichtung, der Windstärke und der Wahl des Exitpunktes, um eine gute Öffnungsrichtung wahrscheinlich zu machen. Eine gute Performance in allen praktischen Belangen verspricht bestmöglichstes Timing.Betrachtung 2
Wird ein Hilfsschirm (PC) zum Auslösen in den Luftstrom gebracht, dann spielen in diesem Moment verschiedene Faktoren eine Rolle, welche das Endergebnis der Öffnung beeinflussen.
Da sich der PC in der Hand des Springers und der Containerverschluss am Ende der Bridle, nicht an der selben Stelle befinden, entsteht im Verlauf der PC Streckung ein entsprechender Versatz zwischen diesen beiden Punkten. Dieser führt im Moment der sich streckenden Bridle zu einer Pendelbewegung des PCs. Er wird in der Folge über die Falllinie gezogen und möchte aufgrund der seitlichen Energie weiter schwingen.
Dabei pendelt ein zur Seite gezogener/geworfener PC eher rechtwinklig zur Längsachse. Ein mehr zur Längsachse gezogener/geworfener achsparalleler. Somit kann der in Betrachtung 1 erkannte Effekt, hier entsprechend zur Wirkung kommen. Je weiter der PC geworfen wird, desto ausgeprägter kann sich das Pendeln äußern.
Diese Effekte nehmen in positiver Weise mit zunehmender Fallbeschleunigung ab. Die Luftkraft des Fallens zentriert dann die Zugrichtung des PCs schneller und das Nachschwingen wird minimiert, wenn nicht gar eliminiert. Allerdings ist der Pendeleffekt bei geringer Fallbeschleunigung umso ausgeprägter.
Wird demnach die Streckung eines Packjobs genau zu dem Zeitpunkt initiiert, an dem sich der PC nicht in der Flucht der Falllinie befindet, dann wird eine OH wahrscheinlich. Beispielsweise scheint es im Gesamttiming eines „Go and Throw“ wahrscheinlicher zu sein, dass ein mit der rechten Hand nach rechts geworfener PC, immer dann die Streckung auslöst, wenn er bereits hinter dem Springer nach links überpendelt hat. Die Streckung erfolgt demzufolge nach links versetzt und endet in der Mehrzahl der beobachteten Fälle in einer OH nach rechts (i.d.R. 45°-120°).
Im Falle einer Stowed Auslösung aus dem BOC, schafft die natürliche Zieh- und Wurfbewegung ebenfalls die Voraussetzungen für einen eher querliegenden PC Pendeleffekt. Deshalb sollte die Stowed Bewegung im Lowspeed entsprechend feinmotorisch angewendet werden. Allerdings ist ein Pendeleffekt im Vergleich weniger problematisch, als ein durch schwaches Werfen ins eigene Körperlee geratener PC.
Wird dem PC während der Streckung noch hinterher geschaut, wird zudem eine schiefe Streckung begünstigt und ein OH wahrscheinlicher.
Fazit: Den PC so nahe wie möglich an die Längsachse bringen und seitliches Pendeln vermeiden. PC im Lowspeed nicht weit weg werfen, sondern nur in den Luftstrom entlassen. Bei Fallzeiten unter 3 Sekunden eher Handheld gehen. Bei Hand Assist, PC auf der Sprungachse positionieren. Nicht den Oberkörper während der Streckung verkanten bzw. verdrehen. Schultern während der Öffnung parallel zum (möglicherweise nicht sichtbaren) Horizont halten.Betrachtung 3
Im Moment an dem der PC in der Streckung den Container öffnet, beginnt er zunehmend das Gewicht des Schirms und dessen Leinen zu übernehmen. Dabei kommt es zu einem Zugmoment, welches unter Umständen nicht linear ansteigt, sondern abrupt verläuft. Dies geschieht häufiger dann, wenn der Schirm bereits komplett aus dem Container geliftet ist, die Leinen sich aber noch zur Hälfte im Tailpocket befinden und direkter Gegenzug durch die Riser auftritt. Der Gegenzug manifestiert sich hauptsächlich aus dem übertragenen Geschwindigkeitsunterschied zwischen Springermasse und Hilfsschirmmasse. Am liebsten würde der Hilfsschirm im vorhandenen Widerstand „stehen bleiben“. Geht aber nicht, da er ja mit dem System verbunden ist und weiter „mitgerissen“ wird.
Diese abrupte Energiezunahme muss der Hilfsschirm jedoch irgendwie verarbeiten. Dies geschieht in der Regel durch ein sichtbar seitliches Ausweichen, da der Überdruck im PC irgendwo hin muss. Grund ist das natürliche Bestreben nach geringerem Widerstand. In diesem Falle durch Querschnittsveränderung mittels Kippen. Damit kann die gestaute Luft im PC entweichen und es wird ein Kräftegleichgewicht erreicht. Dabei reagieren ZP PCs empfindlicher als Luft durchlässige und somit Druck ausgleichende F-111 PCs. Bleibt die zu verarbeitende Luftkraft für den PC jedoch immer noch zu groß, bleibt er weiterhin in der Ausweichbewegung. Dann kommt es auch schon mal zum klassischen PC kreiseln.
Da dieser Effekt schon zu Rundkappenzeiten bekannt war, übernimmt man für den PC mittlerweile die mechanischen Vorteile einer Scheitelöffnung. Durch die Scheitelöffnung, auch Vented (Vent), Apex Vented (AV), Evented (EV) genannt, kommt es zur gezielten und symmetrischen Lenkung des Überdrucks aus der PC Kappe. Gleichzeitig bewirkt der Miniluftstrom durch den PC einen größeren Widerstand gegen seitliches Ausschlagen.
Ein weiterer Grund für die Überlastung des PCs ist auch eine zu lange Fallzeit auf einen zu groß gewählten PC. Eine unsymmetrische Verarbeitung führt unabhängig von der Belastung ebenfalls zur Oszillation. Dasselbe gilt für ungleichmäßiges Einknoten der PC Basis an die Bridle.
Eine Sonderbeobachtung stellen PCs mit freiem Griff (Floating Handle) dar. Dort wurde festgestellt, dass sich der freie Griff nach dem Entfalten des PCs willkürlich im PC bewegt und dessen Schwerpunkt verändert. Dies führte ebenfalls zur Oszillation.
Alle Oszillationseffekte verursachen je nach Ausmaß eine Reaktion, wie sie in Betrachtung 1 und 2 beschrieben ist. Dabei liegt es ein wenig am Zufall, ob der PC mehr entlang der Längsachse oder quer dazu ausweicht bzw. kreiselt. Demnach kann die Öffnung beeinflusst werden, muss aber nicht: Wahrscheinlichkeit somit 1:1 für PC Effekte.
Einen weiteren Sonderstatus nehmen mechanische Veränderungen der Packjobausrichtung ein. Dazu zählt jede Veränderung durch die Verschlussklappen im Öffnungsvorgang, sowie weitere äußere Einflüsse (bspw. im Headdown den Fuß gestreift, im Standup den Kopf gestreift).
Fazit: Ordentliches Rigging beim PC Anbau. Wahl der richtigen PC Größe im Verhältnis zum Vorhaben, mit der Bedingung, dass der Plan entsprechend ausgeführt wird. Verwendung von ZP AV oder F-111 PCs ohne Floating Handle. Handles am PC Scheitel sollten grundsätzlich aus sehr leichtem Material sein. Saubere Performance im Sprung. Betrachtung 4
Durch die Betrachtungen 1-3 habe wir festgestellt, dass es aus verschiedenen Gründen zu einem seitlichen Versatz innerhalb der Schirmstreckung kommen kann. Nun geht es um die Auswirkungen dieser Tatsache auf den Packjob. In diesem Zusammenhang spielt die Massenträgheit eine ungünstige Rolle.
Betrachten wir einen klassischen BASE Packjob, so ist der Großteil der Fallschirmkappe, durch die Umklammerung der Mittelzelle, zu einem kompakten Packschlauch verfestigt. Einzig die Nasen der Zellen sind aus Öffnungsgründen weniger verpackt. Selbst beim einrollen der Nase bleibt diese außerhalb der Umklammerung oder anderen Einschlagungen. Stellen wir jetzt dieser Begebenheit die Massenträgheit gegenüber, so erscheint es logisch, dass eine abrupter seitlicher Zug dazu führen kann, dass die Nasenöffnungen diesem nicht folgen, sondern an der Ursprungsstelle verharren. Das verursacht in der Folge, dass sich die Nasezellen seitlich ausrichten, weg von der Zugrichtung. Die in Zugrichtung liegende Nasenseite klappt mitunter vor die Mittelzelle. Gleichzeitig kommt zu einer Veränderung der beabsichtigten Öffnungsachse und die OH ist besiegelt.. Doch noch nicht genug der Erkenntnis.
Wie wir aus anderen Bereichen der Physik wissen, verursacht eine Bewegung durch den lufterfüllten Raum zwangsläufig eine Luftströmung am sich bewegenden Körper. Somit kann sich die veränderte Form des Packjobs im Falle einer umgeklappten Nase, gegenüber dem Fallwind wie eine Luftschraube verhalten. Der Packjob dreht dann aufgrund dessen weiter in eine noch größere OH. Diese Begebenheit darf man nach ihrem Entdecker auch „Wambachschen Effekt“ nennen.
Doch nochmals zurück zum Anfang, um noch einen weiteren Mikroeffekt zu beleuchten. Zieht der PC aus irgend einem Zufallsgrund versetzt, dann geschieht es, dass eine Art horizontaler relativer Wind auf den Packjob entsteht. Je seitlicher nun die Bewegung im Verhältnis zur Längsachse ist, desto mehr unterstützt der relative Wind das Umklappen der betreffenden Nasenzellen vor die Mittelzellen. Das Ergebnis ist bereits erläutert.
Will es der Zufall, dass der PC eher weniger versetzt bis direkt auf der Längsachse zieht, so nähern sich die Massenträgheits- und relativer Wind Effekte zunehmend einer symmetrischen Auswirkung. Dann bleibt der Packjob in seiner ursprünglichen Ausrichtung. Beide Effekte bleiben natürlich bei einem direkten Zug auf der Falllinie aus.
Fazit: Verwendung von AV PCs ohne Floating Handle. Verhindern von großen Nasenangriffsflächen mittels Packjob (bspw. die 3 Außenzellen zur Mitte rollen) und/oder mechanische Fixierung der Nasenzellen für die Streckung mittels „Nose Gate“.Betrachtung 5
Durch zu große Hilfsschirmkräfte kann es vorkommen, dass der Stoff der Mittelzelle bei der Streckung aus dem Packjob gezerrt wird. Dieser sogenannte „Center Cell Strip“ führt zu einer willkürlichen Verformung der Mittelzelle. Das wiederum kann sich auf die Richtungsvorgabe der Mittelzelle auswirken, an der sich die Außenzellen in der Regel orientieren. Eine OH ist also eine Frage des Zusammenspiels aller Einzelereignisse. Diese beginnen beim Vorbereiten der Technik und enden in der Ausführung des Plans.
Fazit: Kompakter Packjob und richtiges Zusammenspiel von Fallzeit zu PC Größe. Technisch Einwandfreie PCs verwenden. Verwendung eines multiplen Aufhängesystems des PCs (Multi) kann sich zusätzlich positiv auswirken. Betrachtung 6
Öffnet sich ein Schirm, dann schwingt die Körpermasse des Springers am Verbindungspunkt zwischen Gurtzeug und Risern nach vorne durch. Liegen Öffnungsachse und Schwungachse auf einer Linie in die gleiche Richtung, dann hat dies eine symmetrische Auswirkung. Je höher dabei der Unterschied zwischen Fallgeschwindigkeit und Öffnungsruck ist , desto kräftiger ist das Schwungmoment. Je kopfsteiler der Springer liegt, desto größer der Schwungeffekt.
Öffnet ein Schirm OH, dann bewegen sich die Energien beider Systeme (Springer und Schirm) in verschiedene Richtungen. Liegt dabei die OH in einem Bereich bis 45°, dann liegen die Energien in ihrer Richtung so eng beieinander, dass zwar eine Torsion entsteht, diese aber in der Regel keine nennenswerte Auswirkung hat.
Ähnlich verhält es sich bei einer OH bis 90°. Allerdings nähern sich jetzt die beiden Leinenstränge mehr und mehr einem Punkt, an dem sie sich schneiden bzw. kreuzen. Je weiter der Schirm dabei entfaltet ist, desto näher liegt dieser Punkt beim Springer. Durch die Verdrehungstorsion kann nun die Schwungmasse zunehmend leichter in einen gegenläufigen Wirbeleffekt geraten. Die Drehrichtungen addieren sich dabei.
Dreht eine OH über 90° bewegen sich die Energien voneinander weg und es kommt, bei viel Energieüberschuss, zu einem Überdrehen der Schwungmasse. Jetzt schneiden sich die Leinenstränge und stellen dem System von nun an keinen Drehwiderstand mehr entgegen. Der Springer dreht sich folglich an diesem Wirbel weiter ein, bis die Energie des Durchschwingens verbraucht ist. Eine durchaus gefährliche Situation, da man sich unter Umständen auf Kollisionskurs mit dem Objekt befindet, einer Steuerblockade ausgesetzt ist und eventuell Orientierungsschwierigkeiten hat. Dazu kommt die Beeinflussung des Gleichgewichtsorgans durch die ungewollte Pirouette. Doch auch hier noch nicht genug der Erkenntnis.
Bei einem gerade vom Objekt weg ausgerichteten Sprung, schwingt die Springermasse, zusätzlich zum oben angeführten Effekt, auch noch direkt von diesem weg. Hat man also eine 20er, dann schwingt die Masse zwar mehr auf der Bewegungsachse des Hauptschirmes, zusätzlich bewegt sich diese aber auch im Raum nach vorne vom Objekt weg. Bei einer 20er unterstützt die Schwingung sozusagen den Einstellwinkel des Schirms und bremst diesen dynamisch ab. Sehr viel Schwung könnte sogar zum Stall führen, speziell dann, wenn derjenige Springer gerade dabei ist die Vorbremsung zu lösen und tief durchzuziehen (schneller Typ`ey).
Stellen wir uns nun eine 90er vor, dann kann der Schwung den Schirm bereits seitlich rollen und zum Nachdrehen animieren. Bei einer OH über 90° beginnt sozusagen der negative Bereich. Das Schwingen nach vorne über die Schwerpunktslinie des Schirms, zieht in der Folge die Front des gedrehten Schirms in eine steiler Einstellung. Dieses heizt den Schirm, ähnlich dem Frontrisern, erst recht zum Abtauchen und Speed Aufnehmen an. Liegt dabei eine Kollisionsrichtung an, ist das Unvermeidliche kaum noch aufzuhalten. Zumal genau dieses Szenario eine gegenläufige Eindrehung begünstigt. Nur ein entsprechender Überhang bzw. Abstand verschafft eventuell die notwenige Zeit, um angemessen reagieren zu können. Darüber soll hier aber nicht philosophiert werden (siehe VDO EHB und VDO Updates). Allerdings möchte niemand auf dieser Erde ernsthaft mit demjenigen tauschen, der eine OH mit Verdrehung hat.
In dieser Situation kann es zudem noch vorkommen, dass der Öffnungsruck den Kopf Richtung Brust beschleunigt. Dabei kann eine schnell stattfindende Verdrehung verhindern, dass man den Kopf wieder nach oben bringen kann. Habe ich jetzt eine OH mit Verdrehung, habe ich einen kompletten Kontrollverlust und bin zu gut oder böse dem Schicksal ausgeliefert. Es sei denn, man schafft es irgendwie abzudrehen oder die Zeit reicht aus, um sich auszudrehen und freizufliegen.
Fazit: Packjob an das Vorhaben anpassen. Slider für ein 0-3sec Vorhaben eher ausbauen. Im Lowspeed möglichst kopfsteiles Ziehen vermeiden. Eventuell nicht aus dem Track ziehen bzw. Track ausbremsen. In der Öffnung gutes Körperstativ bilden und eventuelle Schwungdrehung durch festen Griff an die Riser ausblocken. Beim Öffnungsruck Kopf so gut es geht im Nacken behalten, um diesen hinter die Tragegurte zu bekommen, damit eine eventuelle Verdrehung im Sichtfeld ist. Nach der Öffnung mit maximalem Aufwand die Priorität in die freie Flugrichtung setzen. Protektionskleidung für den Fall einer Objektkollision tragen. Die Verwendung von Vented Schirmen verspricht eine größere Kappenstabilität im Falle einer zugepressten Nase während eines Objektkontaktes.Betrachtung 7
Alle in Betrachtung 1-6 vorgekommen Folgerungen stehen in Relation zum Abfluggewicht und dem Wingload (WL). Je höher das Gewicht -sprich Masse- desto größer die mögliche Gesamtenergie bzw. -dynamik des Systems. Je höher der WL desto dynamischer die Folgewirkungen. Dabei hat ein WL von 1,1 bei 70kg weniger Potential als ein WL von 1,1 bei 110kg. Damit wird eine OH für den Schwereren schwieriger im Handling sein und mit etwas mehr Dynamik von statten gehen. Unabhängig davon hat er bei gleichen Bedingungen weniger Zeit.
Fazit: Geringen WL zwischen 0,6-0,85 lbs/ft² zum BASE Springen favorisieren. Beachten, dass übergroße Schirme eventuell länger brauchen, bis sie Staudruck aufbauen.Betrachtung 8
Luft ist Masse. Bewegte Luft ist Wind. Folglich bedeutet Wind eine Verschiebung von Masse. In seitlicher Einwirkung kann diese Masse unter Umständen den Füllstoß der gegen den Wind befindlichen Zellen verzögern. Der Staudruck muss sich sozusagen gegen seine Umgebung durchsetzen. Auch dieser Effekt kann zu einer OH führen. Im wahrscheinlicheren Falle aber eher eine bereits vorhanden Tendenz unterstützen.
Ist der Fall insgesamt so kurz gewesen, dass die natürliche Abdrift den Springer noch nicht erfassen konnte, dann gelten hier wieder sämtliche Trägheitsmomente, welche durch den Einfluss von Wind verursacht werden können (siehe Betrachtung 1). Je mehr der Körper des Springers mit dem Wind driftet, desto weniger wird die Schirmstreckung durch die Massenverschiebung des Windes beeinflusst. Deshalb sind Trägheitseffekte im Lowspeed am Größten.
Gleichzeitig wirkt sich ein zunehmender Airspeed entsprechend aus. Je schneller man fällt oder fliegt desto mehr Kraft bekommt die Luft. Das gleiche gilt allerdings auch für Unregelmäßigkeiten im System wie die OH. Das Timing der Öffnung scheint sich dennoch bei zunehmender Luftkraft zu verbessern. Die Kraft wirkt direkter und eindeutiger. Vorausgesetzt alles wurde beim Packen, Springen, Ziehen richtig gemacht. Aber davon sind wir ja zu Beginn der Betrachtungen ausgegangen.
Fazit: Eine gute Entscheidung am Exit treffen. Sich im Verhalten in besonderen Fällen in Übung halten. Immer auf alles gefasst sein.SchlusswortManchmal ist Unwissenheit ein Segen. Das hier vorliegende Gesamtergebnis ist möglicherweise eines, was man lieber verdrängt, als es sich ständig bewusst zu machen. Wer möchte schon glauben, dass die Öffnungsrichtung eher vom Zufall (Wahrscheinlichkeit generell 17:1 für eine OH) abhängt, als von solider Performance. Und Unsicherheit ist das Letzte, was ein BASE’r brauchen kann. Man sollte ebenfalls versuchen, weit weg von einer sich selbsterfüllenden Prophezeiung zu bleiben. Nur Mut und Entschlossenheit, gepaart mit selbstbewusstem Geist, können im Raum des Handelns bestehen. Nun wissen wir ja auch aus Erfahrung, dass schon die verkorktesten Sprünge die herrlichsten On-Heading Öffnungen produziert haben. Es ist also anzunehmen, dass sich selbst im Chaos, bestimmte gegensätzlich gepolte Dynamiken wieder aufheben. Deshalb bleibt die OH auch nicht vorherzusagen. Sie ist lediglich eine Variante im Phasenraum der angrenzenden Möglichkeiten.