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vom: 21.01.12 07:53
 
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vom: 20.01.12 22:00
 

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» Sebastian schrieb: So, noch ein Wohnwagen abzugeben. Der kleine silberne, 2. hinter dem trampolin. Klein aber fein, und vorallem dicht. Als Ablösung hätte ich gerne die Standmiete [...] mehr...
 
Saubere Drehungen, oder warum wir unseren Kaffee im Flugzeug nicht verschütten.
Bis vor kurzem hieß es, wenn du in eine Richtung fliegen willst, ziehe die Steuerleine auf der entsprechenden Seite hinunter. Dieses Wissen soll durch den vorliegenden Beitrag angereichert werden, indem ein paar wesentliche Grundlagen der Aerodynamik ergänzt werden. Das hat nichts mit Swoopen zu tun - nur mit Physik und Sicherheit. Diese Kenntnisse existieren schon lange, nur haben wir sie bislang gerne ignoriert. Während wir im Freifall immer besser geworden sind, und sich die Technik der Schirme weiter entwickelt hat, sind wir als Schirmpiloten an der Stelle hängen geblieben.
Viele Springer benutzen ihren Schirm lediglich als Hilfsmittel, um nach dem Freifall unbeschadet zur Erde zurückzukehren. Ein gewisses Verständnis für die Aerodynamik zu haben und das System so zu verwenden wie es konstruiert ist, erhöht aber die Wahrscheinlichkeit auf Erfolg.

Theorie

Eine aus aerodynamischer Perspektive „saubere" Drehung findet statt, wenn die Nase des Fluggerätes während der gesamten Drehung im relativen Wind ist. Dabei ist der relative Wind derjenige Wind, der die Tragfläche gerade umströmt. Der Schirm ist also genau dafür entwickelt, dass die Anströmung direkt von vorne auf ihn trifft und ihn parallel zu den Rippen umströmt. Soweit klar?

Relativer Wind auf dem Schirm
Piloten von Flugzeugen fliegen koordinierte Drehungen damit wir unseren Kaffee nicht verschütten. Darüber hinaus wirkt es sich positiv auf Verbrauch und Fluggeschwindigkeit aus.In unserem Falle erhöht er die Chancen unversehrt zu bleiben. Denn wir können innerhalb kürzester Zeit Vorwärtsgeschwindigkeit in Auftrieb umzuwandeln.
In einer – für uns leider normalen – unkoordinierten Drehung ist die Nase des Schirmes nicht im relativen Wind. Der Schirm gleitet seitwärts. Der Druck im Schirm wird beeinträchtigt und die Seite der Tragfläche ist im relativen Wind. Wenn man während solch einer Drehung auf Turbulenzen trifft, ist die Wahrscheinlichkeit, dass eine Seite des Schirms kollabiert, viel höher.


Achsen
Bei einem Flugzeug beginnen Drehungen mit dem Querruder, gefolgt von der Betätigung des Seitenruders zur Koordination. Das können wir auch! Dazu müssten wir die Drehung mit dem Gurtzeug einleiten und sie mit Hilfe der Steuerleine feiner koordinieren.
Das Gurtzeug ist also mehr als nur eine Befestigung des Springers am Fallschirm. Mit seiner Hilfe und seinem gezielten Einsatz kann man die Flugkontrolle deutlich optimieren. Wenn man das rechte Bein nach unten drückt und das linke nach oben, dreht der Schirm nach rechts. Dabei reagieren kleinere Fallschirme naturgemäß schneller als größere, aber alle sind zu beeinflussen.
 

Gurtzeugdrehung
Einige Flugzeuge haben auf der Motorhaube einen Faden, um die Richtung der Luftbewegung anzuzeigen. Nicht die Windrichtung! Den relativen Wind, der die Tragfläche umströmt. Wir haben auch so ein Ding – nicht dafür gebaut, aber hervorragend dafür nutzbar – unseren Hilfsschirm.



Praxisübung: Von der unkoordinierten zur koordinierten Drehung
Also Augen nach oben/hinten (natürlich nur in ausreichender Höhe und wenn frei von Verkehr). Fliege eine Drehung – wie Du es immer machst – und schaue, was Dein Hilfsschirm macht. Ist er bzw. seine Verbindungsleine gerade hinter und parallel zu den Rippen deines Schirmes? Alles gut. Wird die Leine zu irgendeiner Zeit schlaff oder schlängelt sich seitlich herum? Dann fliegstDu keine saubere Drehung. Du drehst Deine Tragfläche nicht durch den Himmel; Du rutschst, verbunden mit einem Verlust an Kontrolle. Der relative Wind fließt nicht parallel zu den Rippen Deines Schirmes, er holpert seitlich über das Profil.
Eine koordinierte Drehung beginnst Du, indem Du in die Drehrichtung schaust, Dich in diese Richtung in Dein Gurtzeug lehnst und dann die Steuerleine dazu ziehst. Das muss natürlich wiederholt geübt werden, um ein Gefühl dafür zu entwickeln, Pilot von Deinem Schirm zu werden.
Du wirst entdecken, dass sich der Schirm besser anfühlt und Du mehr Kontrolle über Deine Tragfläche bekommst. Du wirst auch fühlen, dass Du viel besser flaren kannst. Mit unseren so genial konstruierten Schirmen, dem entsprechenden Wissen und der daraus resultierenden Kontrolle macht Schirmfahren mehr Spaß.
Autor: Brian Germain
Interessante Seiten von Brian:
www.transcendingfear.com
www.canopyflightinstructor.com

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